Mehr als Fermentation: Wie die EAT BEER Plattform Kreislaufwirtschaft für Brauereien neu denkt
Brauereien, Biotechnologie und Digitalisierung verbinden
Wenn über Circular Food, Alternative Proteine oder das Upcycling von Nebenströmen gesprochen wird, stehen häufig neue Lebensmittel oder einzelne Verfahren wie Fermentation im Mittelpunkt. Die eigentliche Herausforderung liegt allerdings außerhalb dessen: Wie lassen sich Rohstoffe, Technologien, Produktionsprozesse und Märkte so verbinden, dass daraus dauerhaft wirtschaftliche Wertschöpfung entsteht?
Genau dieser Frage widmet sich EAT BEER. Denn die Präzisionsfermentation von Biertreber (BSG – Brewers Spent Grain) ist nur ein Baustein einer größeren Vision. Ziel ist eine Plattform, die Brauereien dabei unterstützt, Nebenströme effizient zu nutzen und daraus neue Geschäftsmodelle zu entwickeln – datenbasiert, skalierbar und standortunabhängig. Die EAT BEER Plattform verbindet konkret biotechnologische Verfahren, digitale Prozesssteuerung und industrielle Wertschöpfung in einem gemeinsamen System für die Verwertung von Brauereinebenströmen.
Fermentation ist nur ein Teil der Lösung
Die Umwandlung von Biertreber in hochwertige Proteinrohstoffe ist eine vielversprechende Innovation. Doch zwischen dem Nebenstrom aus der Brauerei und einem marktfähigen Rohstoff liegen zahlreiche Prozessschritte: Analyse, Aufbereitung, Fermentation, Qualitätssicherung, Weiterverarbeitung und Vermarktung.
Jeder dieser Schritte bringt eigene technische und wirtschaftliche Anforderungen mit sich. Erst wenn sie nahtlos zusammenspielen, entsteht eine funktionierende Wertschöpfungskette. Genau hier setzt der Plattformgedanke von EAT BEER an.
Eine Plattform denkt die gesamte Wertschöpfungskette
EAT BEER will Brauereien, biotechnologische Verfahren, Anlagenbau, Digitalisierung und Lebensmittelindustrie zu einem gemeinsamen Ökosystem vernetzen und schafft dafür an jeder Schnittstelle die notwendigen Grundlagen. Weil jede Brauerei mit unterschiedlichen Rohstoffen, Rezepturen und Produktionsbedingungen arbeitet und gleichzeitig die späteren Anwendungen unterschiedliche Anforderungen an den Rohstoff stellen, muss die EAT BEER Plattform eine riesige Vielfalt an Systemen beherrschen.
Daten machen Skalierung möglich
Die Grundlage dafür ist der intensive Einsatz von Daten! Entlang der gesamten Wertschöpfungskette müssen unterschiedlichste Daten kontinuierlich erfasst, verknüpft und ausgewertet werden – von der Analyse und Aufbereitung des BSG über die Steuerung der Fermentation und das Qualitätsmanagement bis hin zu Lagerung, Logistik, Transportkapazitäten und den Anforderungen der späteren Anwendungen. Erst das Zusammenspiel dieser Informationen ermöglicht reproduzierbare Prozesse, effiziente Ressourcenplanung und eine standortübergreifend skalierbare Plattform.
KI verbindet Biologie und Industrie
EAT BEER geht sogar noch weiter: Künstliche Intelligenz (KI) soll künftig Zusammenhänge erkennen um so Produktionsparameter automatisch an
Abweichungen, unterschiedliche Rohstoffe und Bedingungen anzupassen und und so einheitliche Prozesse und Ergebnisse zu garantieren.
Die Herausforderung besteht darin, biologische Prozesse, industrielle Produktionsumgebungen und unterschiedliche Anwendungen gleichzeitig zu verstehen. Gemeinsam mit Partnern aus Digitalisierung, Industrieautomation und Softwareentwicklung arbeitet EAT BEER deshalb an einer KI, die genau diese Welten miteinander verbindet.
Die Zukunft entsteht im Zusammenspiel
Die Entwicklung eines neuen Proteinrohstoffs ist nur der erste Schritt. Die eigentliche Innovation entsteht dort, wo Rohstoffe, Daten, Technologien, Partner und Märkte zu einem funktionierenden Gesamtsystem zusammenwachsen. Genau das ist der Plattformgedanke von EAT BEER: das intelligente Zusammenspiel von Präzisionsfermentation, Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und starken Partnerschaften.
So entsteht Schritt für Schritt eine Plattform, die Brauereien dabei unterstützt, Biertreber wirtschaftlich zu verwerten, Alternative Proteine herzustellen und neue Wertschöpfungsketten für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion aufzubauen.