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Von Biertreber zu Proteinen: Wie EAT BEER die Wertschöpfung in der Braubranche neu denkt

Eine zentrale Frage lautet daher: Wie lassen sich bestehende Ressourcen besser nutzen? Ein vielversprechender Ansatz ist die intelligente Nutzung von Nebenströmen. Denn bei der Bierproduktion fällt ein Rohstoff kontinuierlich und lokal in großen Mengen an, der bisher kaum wirtschaftlich genutzt wird: BSG (Brewers Spent Grain), besser bekannt als Biertreber. Allein in deutschen Braubetrieben fallen davon jährlich rund 1,7 Millionen Tonnen ab. Etwa 70 bis 80 Prozent werden als Tierfutter genutzt, 10 bis 15 Prozent landen in Biogasanlagen. Die Wertschöpfung für Braubetriebe ist bei Preisen von wenigen Euro pro Tonne sehr gering. Genau hier setzt EAT BEER an: mit einer technologischen Lösung, die Brauereien dabei unterstützt, Biertreber zu verwerten, neue Produkte zu schaffen und damit langfristig ihre Erlöspotenziale zu steigern.

 

Präzisionsfermentation: Vom Nebenstrom zum Proteinrohstoff

Im Zentrum der Technologie steht ein fermentationsbasierter Prozess, bei dem Biertreber mithilfe von speziell selektierten Pilzkulturen aus der Familie der

Austernpilze verarbeitet wird. Die Pilze wachsen auf dem Treber und bilden dabei ein dichtes Netzwerk aus Myzel. Das wiederum ist reich an Proteinen und eignet sich hervorragend als Rohstoff für moderne Lebensmittelanwendungen. Der Prozess basiert auf einem biotechnologischen Prinzip, das in der Lebensmittelproduktion seit Jahrhunderten genutzt wird: Fermentation. EAT BEER überträgt dieses Prinzip jedoch auf eine neue Ebene: Als Präzisionsfermentation, bei der Prozessbedingungen gezielt gesteuert werden, um hochwertige Alternative Proteine zu erzeugen.

 

Das Ergebnis ist ein nahezu geschmacksneutrales Pilzprotein mit hoher biologischer Wertigkeit, das sich vielseitig weiterverarbeiten lässt, etwa für Fleischalternativen, mit Protein angereicherte Lebensmittel oder neue Food-Innovationen. Gleichzeitig entsteht ein effizienter Weg, einen bisher unterschätzten Rohstoff aufzuwerten und in die Lebensmittelproduktion zurückzuführen.

 

Die Eat Beer Plattform: Modulare Containerlösungen für Brauereien

Damit diese Technologie möglichst vielen Brauereien zugänglich wird, entwickelt EAT BEER eine modulare und skalierbare Systemlösung: die Eat Beer Plattform. Das Konzept basiert auf standardisierten Biotech-Containern, die direkt an Brauereistandorten installiert werden können. In diesen Modulen laufen die einzelnen Prozessschritte von der Aufbereitung des Trebers über die Fermentation bis zur Verarbeitung des Proteins.

 

Diese dezentrale Struktur hat mehrere Vorteile:

· Regionale Wertschöpfung bleibt am Brauereistandort

· Transportwege werden reduziert

· Anlagen können flexibel an unterschiedliche Betriebsgrößen angepasst werden

Für mittlere und größere Braubetriebe entsteht so eine echte Chance, ihre Produktion zu diversifizieren und einen neuen Absatzkanal zu erschließen.

Statt Biertreber lediglich abzugeben, können sie ihn zukünftig selbst in einen wertvollen Rohstoff für die Lebensmittelindustrie transformieren.

 

KI und Dark Factory: Autonome Produktion der nächsten Generation

Ein zentraler Bestandteil der Eat Beer Plattform ist ihre digitale Steuerung. Die Anlagen sollen nach dem sogenannten Dark-Factory-Prinzip arbeiten, also weitgehend autonom und ohne zusätzliches Personal vor Ort. Möglich wird das durch eine Kombination aus intensiver Datenerfassung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz. Die KI analysiert kontinuierlich Rohstoff- und Prozessdaten und passt die Produktionsparameter an die jeweiligen Bedingungen an. Das ist besonders wichtig, da sich Biertreber je nach Brauereirezeptur, Rohstoffen oder Malzsorten unterscheiden kann. Die Plattform reagiert auf diese Unterschiede automatisch und optimiert die Fermentation entsprechend. Unterstützt wird diese technologische Entwicklung von starken Industriepartnern, unter anderem aus den Bereichen Digitalisierung und Industrieautomation.

 

Eine neue Wertschöpfung für die Brauwirtschaft

Mit seiner Plattform verfolgt EAT BEER ein klares Ziel: Brauereien dabei zu unterstützen, ihre Nebenströme wirtschaftlich zu nutzen und gleichzeitig einen Beitrag zur nachhaltigen Lebensmittelproduktion zu leisten. Indem aus BSG hochwertige Alternative Proteine entstehen, wird ein klassischer Reststoff zum Rohstoff für die Ernährung von morgen. Die Kombination aus Präzisionsfermentation, modularer Produktion und KI-gesteuerter Prozesssteuerung ist eine marktnahe Lösung und schafft eine neue Form industrieller Kreislaufwirtschaft. Oder anders gesagt: Aus einem Nebenprodukt der Bierproduktion entsteht eine Innovation, die das Potenzial hat, die Zukunftsfähigkeit von Brauereien entscheidend zu stärken.

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